In Krisenzeiten: Agieren statt Reagieren
Stellen Sie sich vor, eine Organisation tritt mit dem Ansinnen an Sie heran, 35 Millionen Euro an einem Ort in Ihrer Region investieren zu wollen. Eine Investition, die jährlich in der Folge etwa 330 Millionen Euro Einkommen erzielt und gleichzeitig 6.000 KFZ von der Straße herunter holt. Eine Investition, die umweltneutral ist und alleine bei der Errichtung Hunderte Arbeitsplätze schafft. Und das Ganze soll so bald wie möglich starten.
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Die Idee die dieser Investition zugrunde liegt, besteht aus einem Konglomerat von bis zu 4.000 verschiedenen Firmen und Arbeitsstätten, die eine kohärente Kreislaufwirtschaft bilden und die unter dem Namen VillageTown bekannt ist. Eine Kleinstadt mit zwischen 5.000 und 10.000 EinwohnerInnen, insgesamt um die 4.000 Haushalte. Da kommt was zusammen! Das ergibt ein genossenschaftliches Gesamtvermögen von etwa 1 bis 1½ Milliarden Euro. Dabei braucht es keine zusätzlichen, öffentlichen Infrastruktureinrichtungen. Im VillageTown gibt es kaum PendlerInnen und alles - wirklich alles - ist in höchstens 10 Minuten zu Fuß erreichbar.
- der Arbeitsplatz
- die Läden und Geschäfte
- die Sport- und Freizeiteinrichtungen
- die Schulen
- die Wohnstätten, Häuser, WG, Senioren- und Startwohnungen, etc.
VillageTown ermöglicht den BewohnerInnen eine neue, zeitlose Lebensweise, die auf eine höhere Lebensqualität bei niedrigeren Lebenshaltungskosten basiert – kein utopisches Konzept, kein Ökodorf, sondern eine Alternative zur Pseudo-Vorstadt-Siedlungen, eine Alternative zur Verbauung unserer Landschaft, eine Alternative zum motorisierten Individualverkehr. Die Kräfte des freien Marktes berücksichtigend - ohne dabei die negativen Entwicklungen der vergangenen 50 Jahre zu wiederholen - ermöglichen VillageTowns eine nachhaltige, geschlossene Kreislaufwirtschaft bei hoher Lebensqualität.
Ein Blick zurück: Geschichte wird gemacht um von ihr zu lernen
Um die große Depression der Dreißiger Jahre zu überwinden und eine lange Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs zu ermöglichen, wurde vor allem in den USA – und später auch in den anderen westlichen Industriestaaten – die technische Entwicklung voran getrieben.
In den Vereinigten Staaten wurden zunächst Beschäftigungsprogramme umgesetzt - auch wenn es sich um reine Arbeitsbeschaffung handelte. Um den Zweiten Weltkrieg finanzieren zu können, musste sich die Regierung Geld leihen. Plötzliche lief die Produktion auf vollen Touren und alle waren entweder in der Arbeit oder an der Front. Als sich das Ende des Krieges abzeichnete, sah die Amerikanische Führung eine Flut von arbeitsfähigen Soldaten zurück strömen. Zum selben Zeitpunkt liefen die kriegsbedingten Produktionsverträge aus – genau die richtigen Zutaten für eine neue Wirtschaftskrise. Da der Krieg hauptsächlich mithilfe des Öls gewonnen wurde (alle US Flugzeuge, Panzer, LKW und Jeeps fuhren mit verbleitem Erdöl) und die engsten Berater des Amerikanischen Präsidenten eben die Konzernbosse von General Motors, Standard Oil, Dupont usw. waren, und um eine neue Depression abzuwenden, entschied die Regierung, die Wirtschaft rund ums Öl neu aufzubauen. Nicht nur der Wirtschaftsmotor sondern auch die Motoren der Autos, LKW und Flugzeuge brummten – auf Basis des Erdöls.
Dafür musste allerdings erst ein Markt geschaffen werden. Also ging man daran, neue Siedlungen, neue Betriebsstätten, neue Schulen und neue Einkaufszentren zu errichten – natürlich alles auf das Auto zugeschnitten. Wo vor dem Krieg das Auto einfach das Pferdefuhrwerk ersetzte, um in den Städten und Siedlungen voran zu kommen, wurden nach dem Krieg die Städte einfach abgerissen (oder man ließ sie ‚verslumen’) und in Vorstadtsiedlungen, Gewerbeparks, Einkaufszentren etc. aufgespaltet, die man mit großzügig angelegten Autobahnen und Schnellstraßen mit einander verband. Der Plan ging auf und Amerika wurde zur Supermacht. Während die Regierung ihren Beitrag dazu leistete um dies zu ermöglichen, kam das Kapital dafür, im Gegensatz zu den Kriegsinvestitionen, aus privater Hand. Es dauerte nicht lange und Australien, Neuseeland und andere Staaten der ‚neuen Welt’ folgten Amerikas Beispiel. Mittlerweile finden wir auf der ganzen Welt diese suburbane Zersiedelung auf Basis des Autos ... man kann sagen, der Plan ging auf und war ein voller Erfolg.
Die Schattenseiten dieses Erfolgsgeschichte sehen wir erst heute. Wir fördern Unmengen Erdöl und wandeln es in Treibstoff, Dünger und Chemikalien um. Während wir damit einen der höchsten Lebensstandards der Geschichte garantieren, erzeugen wir gleichzeitig ein gefährliches Weltklima. Darüber hinaus ist die Ressource Öl nicht unbegrenzt und wird in ein paar Jahren zu den bisherigen Preisen nicht mehr zur Verfügung stehen. Obwohl wir alle von der Freiheit auf der Straße fasziniert sind, finden wir es wenig fantastisch, täglich mehrere Stunden im Stau zu stehen. Autos sind teuer und verbrauchen nicht nur viel Geld sondern kosten uns auch viel Zeit. Alle die kein Auto zur Verfügung haben, sind schnell von der Gesellschaft ausgeschlossen. Um es auf den Punkt zu bringen: Die großen Versprechungen des umfassenden Wohlstandes gehen ins Leere – Wohlstand ist mehr als schnelle Autos und viel Geld.
Was können wir tun, um ein wirtschaftliches Fortkommen für das 21. Jahrhundert zu gewährleisten – ohne diese negativen Nebenwirkungen?
Die Antwort liegt in der Telepräsenz. Telepräsenz verkörpert die höchstmögliche Entwicklungsstufe der Informations- und Kommunikationstechnologien, in der PC, TV, Internet und Robotik miteinander verknüpft und vernetzt werden, um weltweit mit- und untereinander interagieren zu können. Man ist vor Ort ohne hin fahren zu müssen. Cisco hat ein Produkt auf den Markt gebracht, mit dem man ein Vieraugengespräch über weite Distanzen hinweg führen kann. Innerhalb der nächsten 10 Jahre sollen SpezialistInnen mithilfe telepräsenter Roboterarme die kompliziertesten Operationen am anderen Ende der Welt ausführen.
Bereits jetzt haben Tausende die Möglichkeit ihren Arbeitsplatz dort hin zu verlegen, wo es erstens einen Breitbandanschluss für das Internet gibt, zweitens eine 24-Stunden-Expresszustellung und drittens einen internationalen Flughafen, der in zwei Stunden erreichbar ist. Einzelne sind erfindungsreich und verwenden bereits heutzutage Telepräsenz. Trotzdem gehen die meisten immer noch ins Büro, schalten ihren Computer ein und sitzen am Schreibtisch und arbeiten. Sie telefonieren, faxen und mailen und halten ihre Sitzungen mit der Kollegen- bzw. Kundschaft im Besprechungszimmer ab. Diese Entwicklung ist jener von 1910 bis 1945, in der das KFZ das Pferdefuhrwerk zu ersetzen begann, sehr ähnlich – auch damals wurde die Infrastruktur der technischen Errungenschaft praktisch nicht angepasst.
Im VillageTown gibt es auch Büros und Arbeitsplätze, denn das Konzept von Teleworking von zuhause aus ist für die Beteiligten nicht zufrieden stellend. Nur kann man im VillageTown mit den Hausschlapfen ins Büro gehen und braucht nicht mit dem Auto stundenlang hin zu stauen.
Die Errichtung von VillageTowns scheint noch aus ganz anderen Gründen erstrebenswert: Vorstadtsiedlungen haben nicht das gehalten, was man sich von ihnen erwartet hatte. Sie sind uninteressant und fad, verbrauchen enorm viel Fläche, sie trennen die Menschen voneinander und sind für einzelne Bevölkerungsgruppen ausgesprochen schlecht geeignet – besonders für ältere Menschen, deren Anzahl in den kommenden Jahren sprunghaft einsteigen wird. Die Babyboom-Jahrgänge kommen nämlich ins Rentenalter.
Die Idee, ein VillageTown zu bauen, ist auf den Wunsch zurück zu führen, das Leben lebenswert zu machen, soziale und kulturelle Bedürfnisse ausleben zu können und den Menschen die Möglichkeit zur individuellen Gestaltung in die Hand zu geben. Ein VillageTown ist für Menschen, die Freude am Leben haben und diese Freude teilen wollen. Der Zweitporsche ist hier nicht gefragt.
Während in unserer „Transport-Gesellschaft“ die Nahrungsmittel oft über Tausende Kilometer heran gekarrt werden, entdecken wir wieder, um wie viel besser doch frische Produkte aus der eigenen Region schmecken. Und eigentlich sind sie auch billiger, weil wir die Folgekosten der weiten Transportwege nicht zu begleichen brauchen.
Richard Florida, der Autor des Buches Creative Class wird von immer mehr VordenkerInnen und PolitikerInnen zur Pflichtlektüre. Florida zeigt auf, dass Investitionen in kreative Berufsgruppen aus Kunst & Kultur, Wissenschaft & Forschung sowie Architektur & (Medien)Design eine größere lokale Wertschöpfung nach sich ziehen, als die Errichtung eines weiteren Konferenzzentrums oder Stadiums – diese schwächen sogar die lokale Wirtschaft. Wir müssen zugeben, dass die Aussichten der Alten in unserer Gesellschaft nicht gerade rosig sind. Gleichzeitig kommt die derzeitige Führungsschicht – die Generation der Baby-Boomer – nach einem Leben geprägt von Wohlstand und Konsum drauf, dass sie einem etwas tristen Lebensabend entgegen blicken. Viel besser lebt es sich doch in einer Gesellschaft bzw. Gemeinschaft, die sich gegenseitig stützt und wo die Alten nicht auf das Auto angewiesen sind.
Der Bau eines VillageTown garantiert neben einer höheren Lebensqualität auch die Vermeidung der negativen Effekte der zeitgenössischen Siedlungspolitik und ermöglichen den Politikern und Politikerinnen, die heran nahende Wirtschaftskrise in ihrem Land zumindest parziell und regional abzufedern und eine Alternative für die Zukunft aufzuzeigen.
Österreich braucht Wohnraum – gestalten wir den Wohnraum so, dass wir keine neuen Straßen dafür brauchen!
Einzelne Gebiete in Österreich sind von starker Abwanderung bedroht – VillageTowns baut auf die vorhandenen, regionalen Ressourcen auf und bringt Arbeit und Wohlstand in die Regionen.
Sollte CSIRO recht behalten, wird der Benzinpreis langfristig enorm ansteigen – daher ist es sinnvoll, bei einer Bevölkerung von 10.000 Menschen 6.000 Autos von der Straße zu holen.
Viele hoch qualifizierte Österreicher und Österreicherinnen haben sich ins Ausland verabschiedet – ein VillageTown mag für viele von ihnen eine viel reizvollere Umgebung darstellen, als London, New York oder Hongkong.
Was erwarten wir uns von einem Politiker bzw. einer Politikerin:
- Verständnis und Interesse für eine neue Idee.
- Kooperation und Zusammenarbeit: VillageTowns sind eine umfassende, nachhaltige Strategie zur Regionalentwicklung – ein genaueres Hinsehen lohnt sich.
- Legislatur: Natürlich arbeiten wir innerhalb des gesetzlichen Rahmens, wobei wir vor allem auf das Vereins- uns Genossenschaftsrecht angewiesen sind. Zügige Genehmigungsverfahren und verwaltungstechnisches Entgegenkommen erleichtert die Abwicklung eines solchen Projektes enorm.
Über uns:
Wir unterscheiden uns von herkömmlichen Entwicklungs- und BauträgerInnen in vielen Bereichen. Während das Hauptinteresse privatwirtschaftlicher, traditioneller WohnbauträgerInnen ein ausschließlich finanzielles ist, spielt der finanzielle Reingewinn eine Nebenrolle. Wir sind erfolgreiche und praxisorientierte UnternehmerInnen, die von ihrem Geschäft leben. Gleichzeitig sind wir aber sensible Menschen, denen klar ist, dass man mit Geld Lebensqualität nicht kaufen kann. Wir sind soziale Wesen und unser Wohlbefinden (und das unserer Kinder) hängt vom Wohlbefinden unserer Mitmenschen ab. Das ist die Motivation, einen möglichst harmonischen und ‚wunderbaren’ Lebensraum für alle dieser 10.000 Menschen zu schaffen – ungeachtet ihrer finanziellen Bestrebungen. Bei alle meinen wir keine soziale Elite, sondern ein Spiegelbild unserer Gesellschaft (ein Grund für die Ansiedelung von Produktionsbetrieben ist die Schaffung von Arbeitsplätzen für Fachkräfte und auch für weniger qualifiziertes Personal). VillageTowns versteht sich NOCH als Modellprojekt, sollte jedoch später für bisher traditionelle WohnbauträgerInnen nachahmenswert da geschäftsträchtig sein. Wir erwarten auch, dass das erste VillageTown einen großen BesucherInnenstrom auslöst. Vor allem für die in der Politik, in der Regionalentwicklung, im Wohnbau und in der Raumplanung Beschäftigten wird es ein interessantes Studienprojekt darstellen. Und natürlich wird dadurch das Grundkonzept des VillageTown laufend eine Verbesserung erfahren.
Zweifelsfrei ist ein Projekt dieser Größe und Ausrichtung profitabel. Es schafft eine höhere Lebensqualität und einen Lebensstil, nach dem sich viele sehnen. Es legt größten Wert darauf, eine ineffizienten und verschwenderische Bauabwicklung zu minimieren. Die Überbrückungsfinanzierung reduziert sich von vielen Jahren auf wenige Monate. Den KäuferInnen (=BewohnerInnen) wird eine höhere Lebensqualität zu niedrigeren Preisen geboten – eine eindeutige Win-Win-Situation. Was uns wirklich zur Umsetzung dieses Projektes anstachelt, ist die simple Tatsache, dass wir selbst in einem VillageTown leben wollen, dass wir sozusagen mit dem Resultat leben und dass wir hier alt werden möchten. Und außerdem soll die Ausgestaltung des Projektes uns und allen Beteiligten Spaß machen. Und sollten wir uns tatsächlich nach einem Porsche sehnen, den können wir uns den dann auch leisten, weil wir ihn einfach vom Fuhrpark vor den Toren des VillageTown ausleihen ...
Das ist eine Einladung uns bei der Errichtung eines VillageTown zu begleiten. Ein InteressentInnen-Formular gibt es auf der Hauptseite.



