Eine neue Stadt entsteht

...im Zeitalter der Telepräsenz

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VillageTown - eine neue Stadt entsteht

Ausgangslage:

Die Einführung des Automobils hat das Leben im 20. Jahrhundert radikal verändert. Ersetzte es anfangs schlicht das Pferdegespann, gestaltete es nach dem Zweiten Weltkrieg unseren gesamten Lebensraum. Für einen Großteil der Gesellschaft spielt sich das Leben nicht mehr in Dörfern und Städten ab, sondern in Vororten, Einkaufszentren, Gewerbeparks und Industriezonen. Die Innenstädte verwaisen.

Im 21. Jahrhundert hat eine neue Technologie begonnen das Auto zu ersetzen - die Telepräsenz. Eine Verknüpfung aus Telefon, TV, PC und Robotik. Mir ihrer Hilfe können wir Sitzungen abhalten, Waren und Dienstleistung über das Internet anbieten, ein Heimbüro betreiben, uvm. Telepräsenz eröffnet den Menschen neue Möglichkeiten, und vor allem können wir über unseren Wohnort entscheiden, ohne auf die räumliche Nähe zu Büros, Märkten oder Dienstleistern angewiesen zu sein.

Obwohl Lebensqualität für jeden Menschen etwas anderes bedeutet, gibt es folgende Gemeinsamkeiten: ein sicherer Ort an dem man sich geborgen fühlt, für alle Altersstufen bzw. Phasen des Lebens, im Austausch mit anderen, stimulierend, kulturell und sozial bereichernd - um nur einige zu nennen. Die Schlussfolgerungen: Wir gestalten eine ganz neue Form des Lebensraumes - vollkommen frei von der Tyrannei der Entfernung.

Der Autor Claude Lewenz beschreibt in seinem Buch 'How to Build a Village' [1] wie dieser neue Wohn- und Lebensraum aussehen könnte. Er verwebt hierfür Elemente aus fünf Bereichen: wirtschaftliche, soziale, kulturelle, ökologische und espirituale (Geist der Gemeinschaft) in ein bewährtes zeitloses Modell - fertig zur Umsetzung.

Ohne utopischer Phantastereien können wir mit Hilfe von Telepräsenz und auf Erfahrungen des Zusammenlebens aufbauend, eine wahrlich wunderbare Welt neu gestalten.

VillageTowns bedeutet (u.a.):

  • Der Mensch, gleich welchen Alters oder Lebensabschnitts, steht im Mittelpunkt.
  • Die Bewohner wohnen und arbeiten in der Stadt.
  • Die Menschen sind selbstbestimmt und definieren ihre eigene Lebensqualität.
  • In der Stadt gibt es keinen Autoverkehr. Dadurch dient der öffentliche Raum zur direkten Kommunikation und ist Platz des Austauschs und des Miteinanders.
  • Keine Investitionskosten für motorbetriebenen Individualverkehr (Autos, Garagen, Parkplätze..)
  • Jeder Ort in der Stadt ist in höchstens zehn Minuten zu Fuß erreichbar.
  • Energie und Umwelttechnik sorgen für eine nachhaltige Nutzung aller verfügbarer Ressourcen.
  • Der Bevölkerungsschlüssel entspricht weitestgehend der statistischen Verteilung der österreichischen Gesamtbevölkerung. Die Menschen wohnen und arbeiten in der Kleinstadt, die sie vorher selbst mitgeplant und gestaltet haben.
  • Für jedes Wohnbedürfnis stehen besondere Einheiten zur Verfügung.
  • Ein 150 – 200 ha großer Grüngürtel umgibt die Stadt. Hier befinden sich neben Freizeit- und Sportanlagen, Erholungsräume, Gärten, Blumenwiesen, Friedhof aber auch Industrie- und Betriebsanlagen sowie der Fuhrpark, der den BewohnerInnen zur Verfügung steht.
  • Die BewohnerInnen versuchen so weit wie möglich ihre Produkte und Dienstleistungen selbst herzustellen und anzubieten.
  • Effizientes und sparsames Wirtschaften durch: Kontrolle der Wertschöpfungsketten, interner Geldumlauf, Entfall des Zwischenhandels, günstige Einkaufspreise durch Großhandel.
  • Modernste Technologie (Telepräsenz) unterstützt die Menschen bei der Arbeit.
  • Das bäuerliche Umland spielt die zentrale Rolle in der Grundnahrungsmittelerzeugung. Als Kraftstoff dient Alkohol, der aus den Abwässern erzeugt wird. Langfristige Verträge garantieren einen intensiven Austausch zwischen Stadt und Land.
  • Aus KonsumentInnen werden wieder Bewohner und Bewohnerinnen.

Anlage und Infrastruktur:

Ein VillageTown befindet sich im Hinterland, also nicht in unmittelbarer Nähe einer größeren Stadt. Zusätzliche hochrangige Straßen sind nicht notwendig, weil innerhalb der städtischen Gemeinschaft alle Produkte und Dienstleistungen weitestgehend selbst hergestellt und angeboten werden. Pendeln ist damit obsolet. Damit alle Geschäftszweige florieren können, braucht es einen leistungsfähigen Breitbandanschluss sowie einen Expressservice. Eine Bahnanbindung ist ein Plus.

Wie sieht ein VillageTown aus?

Das VillageTown wird ins Grüne gebaut und verfügt über etwa 20 Stadtviertel zu je ca. 200 Wohneinheiten. Im Zentrum eines jeden Wohnviertels befindet sich eine Piazza, auf der sich neben Gastronomiebetrieben, Geschäften, Läden und Büros auch ein von der Stadt getragenes KünstlerInnenzentrum zur Förderung der darstellenden und bildenden Kunst befindet. Wichtig ist, dass alle BewohnerInnen auch ihren Arbeitsplatz im VillageTown haben. Um dies zu bewerkstelligen beträgt die kritische Masse der EinwohnerInnen zwischen 5.000 und 10.000 Personen. Bei weniger als 5.000 Menschen kann die lokale Wirtschaft nicht gedeihen. Gibt es mehr als 10.000 EinwohnerInnen wird es zu bürokratisch und schwer zu regeln. Der zentrale Stadplatz kann alle BewohnerInnen aufnehmen. Die Gassen und Straßen sind schmäler. Eine Stadtmauer umfriedet das gesamte Wohngebiet.

Durchführung:

VillageTowns (VT) Ltd. hat seinen Sitz in Auckland, Neuseeland und baut mithilfe modernster, nachhaltiger Technologie die Kleinstadt in kurzer Zeit auf (12 Monate). VT gründet als Bauträger die österreichische Tochterfirma Village Organisation Company Austria (VOC-AUT) die nach Vollendung der Stadt in die Village Cooperation (VC) übergeleitet wird. Die VC bekommt eine von den BewohnerInnen gestaltete und demokratisch legitimierte Vertretung, sorgt für die gesamte Organisation der Stadt und kümmert sich um alle Belange.

Ablauf:

  1. Village Forum rekrutiert InteressentInnen (s. www.villageforum.com)
  2. VOC-AUT ist Bauträgerin, evaluiert einen Standort und verhandelt eine rasche bürokratische Abwicklung mit den zuständigen Behörden.
  3. Planung des Projektes. Dynamic Engagement (s. http://www.dynamicengagement.com).
  4. Beteiligte:
    1. BewohnerInnen
    2. ExpertInnen aus Architektur, Landschaftsplanung, ...
    3. VertreterInnen der Verwaltung und Behörden
    4. Allgemein Betroffene (Nachbarschaft, Dienstleistung....)
  5. Errichtung der Kleinstadt durch VT Ltd. unter Zuhilfenahme lokaler AuftragsnehmerInnen ..
  6. VOC-AUT wird in die Village Cooperation (VC) übergeführt, entweder als Stiftung, Genossenschaft oder als eine andere gemeinschaftliche Organisationsform.

Bauweise:

Als Baumaterial dient ein Gussmaterial, bestehend aus zerkleinertem Gestein aus der Region und Beton. Ein zugesetzter Spezialschaum sorgt für eine einfache Verarbeitung und optimale Isolierung. Die gesamte Stadt soll innerhalb eines Jahres fertig sein.

Besitzverhältnisse:

Die Wohneinheiten befinden sich in Privatbesitz. Grund und Boden, sowie der umliegende Grünstreifen gehören den StädterInnen anteilsmäßig (Stiftung, Genossenschaft). Einzelne Wohneinheiten sind bestimmten Personengruppen vorbehalten. Dabei handelt es sich um jene Gruppen, die über eher geringere Einkommen verfügen.

Organisation:

Die interne Verwaltung des VillageTown obliegt der Village Cooperation. Diese verfügt über alle Organe, die ein demokratisches Zusammenleben garantieren.



[1] Lewenz, Claude: How to Build a Village. 1st ed. / Auckland, 2007. (ISBN 978 0473 12188 4)

(The VillageTown: A 5.000 to 10.000 population, self-contained, higher density community built on 100-400 acres around multiple village neighbourhoods centered around plazas with cafes, shops, workplaces and artist guilds and no cars within. With its own local economy, with affordable housing provided through parallel real estate markets, and beautiful buildings using environmentally sustainable design, the VillageTown provides a wonderful, thriving and fulfilling place for all ages and diverse peoples, carefully balancing public and private, where everything is within a ten minutes walk.)